Vom MIETENmove zur Konferenz der Stadtteile! – Stadt selber machen!

Allmählich geht die Bewegung in die Richtung, die ich schon lange propagiere; es muss geklärt werden, wo die Entwicklung Hamburgs hingeht. Und zwar mit allen BETROFFENEN! Allein nach wirtschaflichen und verwaltungstechnischen Gesichtspunkten kann das nicht gelingen. Das kann man – wenn es funktionieren soll – nur gemeinsam mit der Bevölkerung. Nachdem der „Mietenmove“

so viel Beteiligung hatte, geht es jetzt in die nächste Runde. Von dort kommt die folgende Idee:
Die Stadt- und Standortpolitik Hamburgs ist gescheitert. Ebenso wie der große Plan von Olympia an Hamburgs Bewohner*innen scheiterte, mussten die Regierenden die Privatisierung der Stromnetze unter dem Druck der Bewohner*innen wieder zurücknehmen.
Der G20-Gipfel im letzten Jahr endete in einem Debakel und gab allen Recht, die zuvor die Entscheidung für Hamburg als Austragungsort kritisiert hatten.
Eine fortschrittliche, soziale Wohnraumpolitik findet nicht statt, und es regiert weiterhin Ideenlosigkeit im Wohnungsbau und der Quartiersentwicklung. Die Mieten steigen derweil weiter und sind für breite Schichten zum existenziellen Problem geworden. Die Bevorzugung bestimmter Berufsgruppen bei der Vergabe von Sozialwohnungen scheint aus dem Land Absurdistan zu kommen. Eine Bilanz des Scheiterns im Guten wie im Schlechten.
Gibt es keine besseren Ideen oder sind sie politisch nicht gewollt in der Stadt der Pfeffersäcke?
Wir meinen, ein Gemeinwesen wie Hamburg hat etwas Besseres verdient, und wollen darüber ins Gespräch kommen, statt einem unerträglichen „weiter so“ aufzusitzen.
Welche Signale könnte unser Standort Hamburg senden? Eine Stadt mit einer echten Willkommenskultur, mit einer Urban Citizenship Card, die allen hier lebenden Menschen den gleichen Zugang zu Arbeit und allen öffentlichen Gütern und Leistungen ermöglicht.
Eine soziale Wohnraumpolitik, die ihren Namen verdient.
Eine Bodenpolitik, die städtische Liegenschaften nicht verscherbelt und privatisiert, sondern sie im Sinne einer sozialen Wohnraumpolitik entwickelt.
Niemand soll in Hamburg obdachlos sein.

Ein ÖPNV, der es allen ermöglicht, in dieser Stadt mobil zu sein, der Schwarzfahren unnötig macht und nicht mehr als Straftat verfolgt. Der damit die Autos von der Straße holt und Quartiere entlastet.
Eine Idee von Demokratie, die alle Menschen als wirkliche Teilhaber*innen ihrer Stadt versteht, in den Quartieren, Stadtteilen, Bezirken und den Belangen der Stadt Hamburg insgesamt. Eine Verwaltung und Polizei, die ihren Auftrag im Sinne der Menschen und ihrer Rechte versteht anstatt diese als störendes Ärgernis zu bekämpfen, oder Beteiligung auf einen reinen Verwaltungsakt zu reduzieren, der an private Büros outgesourct wird.
Eine umwelt- und ressourcenschonende Politik, die sich vom wirtschaftlichen Wachstumsdenken emanzipiert. Die Umsetzung dieser und vielleicht vieler weiterer Ideen wäre ein echter Paradigmenwechsel in dieser Stadt und er ist nötig!
Mit dem MIETENmove wurde im Juni ein weiteres Ausrufezeichen für eine soziale Wohnraumpolitik gesetzt. Wir wollen den Schwung nutzen, um einen Prozess in Gang zu setzen, der Alternativen auslotet, gemeinsam entwickelt, in vielen Ecken bereits Beispiele vorlebt und im öffentlichen Raum eine Debatte entfacht, die ein soziales, solidarisches Hamburg einfordert. Hierfür sind alle gefragt und eingeladen, denen ähnliche Ideen im Kopf rumspuken, die sich austauschen und voneinander lernen wollen: Initiativen und Gruppen aus den Quartieren, Kulturzentren, Wohnprojekte, Flüchtlingsorganisierungen, Stadtteilbeiräte und jede/r Einzelne in dieser Stadt. Die Idee: Ein erstes breiteres Treffen im Herbst zur Vorbereitung einer Konferenz der Stadtteile, die im Frühjahr stattfinden könnte. Diese Konferenz kann programmatisch die Punkte erarbeiten, mit denen in die Öffentlichkeit gegangen wird, sie kann eine weitere Demonstration beschließen oder einen Forderungskatalog verabschieden. Sie kann vor den Wahlen in den Bezirken 2019 eine eigene Agenda entwickeln und in den politischen Diskurs einbringen. Sie soll möglichst breit aus den unterschiedlichen Quartieren in Hamburg besetzt sein und die Stimmen sammeln, denen eine solidarische Stadt ein Anliegen ist.

Wir-sind-Eppendorf bleibt am Ball und wird über die weitere Entwicklung informieren.
Trotz Sommerhitze grüßt Marthe

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Wohnen ist ein Grundbedürfnis, keine Handelsware!

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Hamburg muss lebenswert bleiben!
Wohnen ist ein Grundbedürfnis, keine Handelsware!
Immobilien müssen wieder das werden, was sie mal waren –
nur eine gute, sichere Geldanlage, aber keine Gelddruckmaschine!
Auf die Straße, fertig, los! WsE ist mit dabei!
Einladung zum MIETENmove31902059_2032232443456919_1624813315219783680_n Weiterlesen

Warum keine Soziale Erhaltensverordnung für Eppendorf?

Mit der Sozialen Erhaltungsverordnung soll in Hoheluft-West, Eimsbüttel und Stellingen-Süd Gentrifizierung verhindert werden…

Eimsbüttel Andreas Dey

Hamburg schützt 64.000 Mieter vor Verdrängung

Foto: HA / Klaus Bodig  Altbauten in der Gneisenaustraße im Generalsviertel – auch hier werden Mieter künftig vor Gentrifizierung geschützt.

Mit der Sozialen Erhaltungsverordnung soll in Hoheluft-West, Eimsbüttel und Stellingen-Süd Gentrifizierung verhindert werden.

Hamburg.  Es ist der größte „Milieuschutz“, den es in Hamburg gibt: Am morgigen Mittwoch tritt die sogenannte Soziale Erhaltungsverordnung für Eimsbüttel, Hoheluft-West (Generalsviertel) und Stellingen-Süd in Kraft. 64.000 Einwohner auf einer Fläche von 350 Hektar sollen mit dem Instrument vor Gentrifizierung geschützt werden.

„Der Schutz der Bevölkerung vor Verdrängung hat für den Senat oberste Priorität“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) am Dienstag im Rathaus. „Mit der nunmehr elften Sozialen Erhaltungsverordnung in Hamburg sind insgesamt 190.000 Hamburgerinnen und Hamburger vor den Folgen von Luxusmodernisierungen, Wohnungsumwandlungen und spekulativen Immobilienverkäufen geschützt.“

Wichtiger Beitrag für mehr Schutz gegen Luxussanierungen

Die Soziale Erhaltungsverordnung soll günstigen Wohnraum bewahren und der Verdrängung der dort ansässigen Bewohner entgegenwirken. Abriss, bauliche Änderungen, insbesondere Luxusmodernisierungen, Nutzungsänderungen und die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen sind in diesen Gebieten nur unter strengen Auflagen möglich.
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Eppendorfer für wirklich gute Integration

Wir von WIR-sind-Eppendorf, sind nach wie vor der Meinung, dass es die beste Voraussetzung für Integration ist, wenn Menschen aus der Fremde mit uns leben und nicht ausgegrenzt werden. Integration kann nur wirklich gelingen, wenn Menschen fremder Kulturen, die wenig von uns wissen, sobald wie möglich bei uns persönliche Ansprechpartner haben. Die meisten der Geflüchteten sind gewohnt, in größeren Familienverbänden zu leben, hier in der Fremde sind sie oftmals allein und sehr unsicher.

Als die große Fluchtwelle im Sommer 2015 nach Deutschland kam, hat uns genau das bewogen, eine Flüchtlingsinitiative als Anlaufstelle für Menschen zu initiieren, die den Flüchtlingen zur Seite stehen wollen, weil wir die Brisanz der entstandenen Situation erkannten. Es entstand so „Flüchtlinge in Eppendorf“ jetzt umbenannt in „Welcome to Eppendorf“.
Damals haben wir für die Folgeunterbringung die fast leerstehenden Mietshäuser in der Hegestraße 46, sowie auch schon die Loogestraße als Platz für dazu geeignete Container als Alternative zur Osterfeldstraße vorgeschlagen. Schliesslich wurden dort schon einmal
erfolgreich Kriegsflüchtlinge untergebracht… Weiterlesen

WIR-sind-Eppendorf zieht Bilanz – Bürgernähe kann und sollte bei Erhaltung und Weiterentwicklung dieser liebenswerten Stadt selbstverständlich sein.

Wir von der Bürgerinitiative WsE haben bei allen unseren Projekten, für die wir uns seit Ende 2012 eingesetzt haben, erlebt, dass die Bezirkspolitik nur dann Informationen über nachhaltige Veränderungen in unserem Bezirk herausgab, wenn wir Bürger misstrauisch wurden und nachgefragt haben.
Auch dann waren die Informationen spärlich, zum Teil sogar irreführend (Beispiel Hegestraße 46). Selbst öffentlich gemachte Zusagen wurden oft nicht eingehalten.

Schlimmstes Beispiel ist aber die Zerstörung der stadtteilprägenden Bauten der sog. „Kleinen Eppendorfer Landstraße“, bei der auch die Traditionsgaststätte „Zum Alten Landhaus“, das Fachwerkhaus von 1779, vernichtet wurde.
Dieses Stück Straße spiegelte die Entwicklungs-Geschichte dieses ältesten Stadtteils von Hamburg wieder.
Die Eppendorfer waren zu Recht entsetzt, hatten sie sich doch auf den seit 2008 in Arbeit befindlichen Milieuschutz berufen, den das Bezirksamt dann einfach als „überholt“ und nicht mehr weiter verfolgt bezeichnete, und der plötzlich wieder auftauchte und Realität wurde, nachdem man diese Häuser bereits abgerissen hatte.
Auch die wunderschönen drei alten Kastanien, die lt. behördlicher Zusicherung natürlich erhalten werden sollten, durfte der Grundstücksbesitzer in einem nächtlichen Handstreich ungestraft fällen.
Verantwortlich für diese ganze Willkür ist das Bezirksamt, welches bereits im April 2012 in einer öffentlichen Sitzung einen Bauherrn, der nur ein Haus in dieser Straße abreißen lassen und dort neu bauen wollte, überredete, alle Grundstücke dort aufzukaufen, bis einschließlich des Fachwerkhauses alles abzureißen, und Etagenhäuser mit Tiefgaragen dort zu bauen…
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Hegestraße 46 – Mieterin trotzt Gewinnmaximierung!

Wieder einmal gab das Bezirksamt-Nord einem seiner Bürger, dem Herrn Denkner, “die Chance”, zwecks Gewinnmaximierung Häuser systematisch verkommen zu lassen und zu entmieten.
Das Wohl anderer Bürger/Mieter und der Schutz bezahlbaren Wohnraums spielte eindeutig eine untergeordnete Rolle.
Kaum eine Information, Ankündigung oder vom Amt im Zusammenhang mit der Hege 46 gegebene Zusage, die man den Mietern und auch WsE gegeben hatte, entsprach dem, was dann wirklich geschah.
Wenn man die Geschichte dieser liebenswerten Häuser und ihrer Mieter liest wird verständlich, warum das Vertrauen der Bürger in die Politik immer weniger wird. Foto: Marcelo Hernandez

Fünf Jahre kämpften sie um preiswerte Wohnungen. Jetzt hat der Eigentümer einen Bauvorbescheid für einen sechsgeschossigen Neubau.
abendblatt.de

WsE fordert, die leer stehenden Wohnungen in der Hegestraße 46 a-f, zur Unterbringung von Kriegsflüchtlingen zu nutzen!

WsE fordert, die leer stehenden Wohnungen in der Hegestraße 46 a-f, zur Unterbringung von Kriegsflüchtlingen zu nutzen!

In Griechenland erfrieren Kriegsflüchtlinge bei klirrender Kälte in Zelten, und in der Hegestraße stehen seit Jahren fast 30 Wohnungen leer.

Es gibt Situationen, in denen man Prioritäten setzen muss. Eine solche ist bei der jetzigen Dringlichkeit gegeben, Kriegsflüchtlingen aus den Erstaufnahmelagern eine zumutbare Unterbringung zu beschaffen. Die Wohnungen in der Hegestraße 46 a-f sind kein Luxus, aber für ein vorübergehendes Zuhause sind diese Häuser mit ihrem gemeinschaftlichen Hof wesentlich besser geeignet, als Wohncontainer am Rande der Stadt.bezirksamt-hamburg-nord, luxuswohnungen, hegestraße, terrassenhäuser-hegestraße

WsE hat die Geschichte der Mieter, die seit des Verkaufs der Immobilie im Jahre 2009 systematisch vertrieben wurden, begleitet… Weiterlesen

Unsere schöne Website ist plötzlich im Nirwana verschwunden. Bis sie eventuell wieder auftaucht, machen wir auf diesem Blog weiter.

Es folgen zunächst mal die letzten Beiträge, die wir mit unserem facebook verlinkt hatten. Alle alten Beiträge bis Mitte 2016 finden Sie unter WayBackMachine

WIR-sind-Eppendorf vom  28. November 2016 ·

Gemeinsame Pressemitteilung
der Initiativen WIR-sind-Eppendorf und Flüchtlinge in Eppendorf:

Verfall der „bürgerlichen Sitten“ im schönen Eppendorf
Zwei Vorfälle der letzten Tage geben den Mitgliedern der Initiativen „Wir sind Eppendorf“ und „Flüchtlinge in Eppendorf“ zu denken:
Der erste: Bei beiden Initiativen ging eine Mail ein, in der die geflüchteten Menschen pauschal als „Terroristen“ und „Vergewaltiger“ bezeichnet wurden und in der den Initiativen vorgeworfen wurde, diese angeblich nach Hamburg und Eppendorf „einschleusen“ zu wollen.
In dieser Mail wurden nicht nur Flüchtlinge und Initiativen als Kriminelle bezeichnet oder in deren Nähe gerückt (vergl. den Begriff „Schleuserkriminalität“). Sondern es wurde die eigene Bereitschaft zur Selbstjustiz bekundet, Originalton:“Wir haben die Mittel und werden diese nutzen, um euch … für immer zum Schweigen zu bringen.“

Unterzeichnet ist das Machwerk mit „Eppendorfer Bürger“ – was offen lässt, ob es sich um eine oder mehrere Personen handelt… Weiterlesen